Konstant gewinnbringende Entwicklung des Weinmarkts

Entwicklung des deutschen Weinmarkts
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Der deutsche Weinmarkt zeigt eine sehr positive Entwicklung: Weine aus Deutschland waren im dritten Quartal des Jahres 2020 bei den Verbrauchern weiterhin beliebt. Sowohl der Absatz als auch der Umsatz deutscher Weine steigerten sich in einem Jahr um rund acht Prozent.

Das bestätigte das Deutsche Weininstitut (DWI). Ausländische Weine konnten hingegen nur eine Steigerung von zwei Prozent erzielen. Dies geht aus der Marktanalyse des Nielsen Homescan Panels hervor, das im Auftrag des DWI die Weineinkäufe privater Haushalte analysiert. Auffällig war außerdem, dass mehr Menschen zu heimischen Weinen griffen als im dritten Quartal 2019.

Insbesondere im Juli griffen Kunden vermehrt auf regionale Weine zurück, was den Zuwachs der Umsatz- und Absatzsteigerung erklärt. Im August und im September fielen die Weineinkäufe hingegen deutlich geringer aus. „Dies ist wahrscheinlich darauf zurückzuführen, dass die Haushalte einerseits einen gewissen Weinvorrat angelegt hatten und sich die Situation andererseits ab August in der Gastronomie wieder etwas entspannte, sodass sich der Weinkonsum stärker dorthin zurückverlagert hat“, erklärt Monika Reule, Geschäftsführerin des DWI, diese Entwicklung.

Unabhängig von der Weinherkunft wuchs der gesamte Weinmarkt in Deutschland im dritten Quartal 2020 um fünf Prozent im Absatz und um sieben Prozent im Umsatz.

Der Weinmarkt 2020: So erging es den 13 deutschen Anbaugebieten

Der Jahrgang 2020 brachte bundesweit sehr gute Weinqualitäten hervor. Die folgende Zusammenstellung zeigt, wie sich der Jahrgang in den 13 deutschen Anbaugebieten entwickelt hat:

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Spitzenqualitäten, Trockenheit und Turbo-Ernte

Dank eines sonnigen und warmen Frühjahrs zeigten die Reben schon im April die ersten grünen Triebe. Pünktlich zu den Eisheiligen Mitte Mai fielen die Temperaturen hingegen nochmal unter 0 Grad Celsius, was insbesondere in Franken, Sachsen und Saale-Unstrut sowie in Teilen Württembergs starke Frostschäden und folgenschwere Ernteverluste mit sich brachte.

Die Hauptweinlese startete in vielen Anbaugebieten bereits Ende August. Denn bereits Ende Mai entwickelten die Reben ihre Blüten – acht bis zehn Tage vor dem durchschnittlichen Wert der letzten 30 Jahre. Die anhaltende Schönwetterperiode mit hochsommerlichen Temperaturen führte dazu, dass viele Sorten zeitgleich reif wurden, was für eine zeitkritische Lese sorgte. Wiederholt ernteten die Winzer früh morgens oder mitten in der Nacht, um die für deutsche Weine charakteristische Frische zu erhalten. Das Jahr 2020 wird Branchenkennern als „Turbo-Herbst“ in Erinnerung bleiben, der an vielen Orten bereits im September beendet war. Noch vor einer beendeten Eisweinlese, wurde der Jahrgang in einigen Regionen bereits am 30. November gekrönt.

Ernteergebnis im Weinmarkt verschieden verteilt

Mit rund 8,6 Millionen Hektoliter liegt der Ernteertrag leicht über dem des vergangenen Jahres und zwei Prozent unter dem zehnjährigen Mittelwert. Die Menge ist allerdings sehr ungleich verteilt. Die fränkischen Winzer verzeichnen, aufgrund von Spätfrosten und einer langanhaltenden Trockenperiode, eine historisch kleine Ernte, die 38 Prozent unter dem langjährigen Mittel liegt., Die Winzer an der Hessischen Bergstraße konnten ihren Ertrag dafür um 31 Prozent steigern. In den beiden größten deutschen Anbaugebieten Rheinhessen und Pfalz sind mit einem Minus von einem Prozent bzw. einem Plus von sechs Prozent durchschnittliche bis leicht überdurchschnittliche Erntemengen zu erwarten. Baden und Württemberg erwarten jeweils ein Ernteminus von zehn Prozent. 

Positiver Absatz im Weinmarkt sorgt für Senkung des Weinbestands

Die Lagerbestände von regionalen Weinen wurden im vergangenen Weinwirtschaftsjahr merklich abgebaut. Die lagernden Mengen an deutschen Weinen und Schaumweinen verringerten sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 0,7 Mio. Hektoliter auf 8,4 Mio. Hektoliter, wie das Deutsche Weininstitut auf Basis einer Veröffentlichung des Statistischen Bundesamtes zur Weinbestandslage in Deutschland zum Stichtag 31. Juli 2020 mitteilte. Dies entspricht einem Rückgang von 7,4 Prozent.

Steigender Absatz nationaler Weine

Aufgrund der außergewöhnlich großen Erntemenge des 2018er Jahrgangs von mehr als 10 Mio. Hektolitern, hatten die Bestände deutscher Weine zum Vorjahresstichtag noch ein vergleichsweises hohes Niveau von 9,1 Mio. Hektolitern. Die rückläufigen Zahlen sind ein weiterer Beleg für einen guten Absatz regionaler Weine, wie ihn das DWI im August bereits auf Basis des Nielsen-Haushaltspanels für das erste Halbjahr 2020 ausgewiesen hatte.

59 Prozent der Weinlagermenge beläuft sich auf Weißweine und 41 Prozent auf Rotweine. Der Anteil an Schaumweinen deutscher Herkunft lag mit 0,6 Mio. Hektolitern bei fünf Prozent, die rund ein Fünftel des Gesamtbestandes ausmachten.

Die Weinbestände ausländischer Herkunft legten dagegen von 3,7 auf 4 Mio. Hektoliter zu. Dies führt zu einer Gesamtbestandslage von 12,4 Mio. Hektolitern Wein, die sich jeweils zur Hälfte auf die Erzeuger und den Handel verteilen. Zum Erhebungszeitpunkt des Vorjahres lagerten noch 54 Prozent aller Weine bei den Erzeugern.

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