Wie würfelt man einen Käse?

Das tägliche Kochen am heimischen Herd bzw. das Verzehren von Mahlzeiten im Haushalt oder zumindest deren Zubereitung daheim (Pausenbrote und ähnliches) ist ein aussterbendes Lebenskonzept. Zumindest in den Städten und für die Leute, die viel unterwegs sind. Die Foodservice und Fast Food Unternehmen brummen, denn irgendetwas muss man ja essen, und sei es auch nur das belegte Brötchen von der Autobahnraststätte (ein schöner Gruß von Herrn Wallraff!) oder vom Backshop. Von McDonald’s & Co. oder Tischsitten erst gar nicht zu reden.

Thomas Blümel (rechts), Vertriebsleiter bei holac, erklärt Autor Roland Sossna, was in einer Käsewürfelmaschine abgeht.

Thomas Blümel (rechts), Vertriebsleiter bei holac, erklärt Autor Roland Sossna, was in einer Käsewürfelmaschine abgeht.

Bis es aber dazu kommt, dass man seine Semmel mit Gelbkäse oder den Burger mit der Schmelzkäsescheibe in der Hand hat, haben die Zutaten einen langen Weg hinter sich gebracht. Käse als Zutat muss erst mal hergestellt werden, was mühsam genug ist. Dann aber kommt die Aufarbeitung zur exakt passenden Komponente für diejenigen, die die belegten Brötchen oder die Burger oder sonstwas zusammenstellen. Und diese Aufarbeitung ist oft eine ganz komplizierte Sache.

Nehmen wir Käsewürfel, wie sie als Zutaten für Salate oder als Verpflegung on-the-go immer beliebter werden. Da soll ein 15 kg schwerer Käseblock in Würfelchen mit einem Zentimeter Kantenlänge umgearbeitet werden – schnell, ohne Verluste und vor allem exakt. Die Würfel sollen alle gleich aussehen und ohne Dellen daherkommen. Dafür braucht man ausgetüftelte Spezialmaschinen wie sie z.B. die Firma holac in Nattheim baut. Patentierte Zuführungseinrichtungen stellen bei den Käsewürfel-Linien sicher, dass der Käse stets mit dem gleichen Druck – im zweistelligen bar-Bereich! – an das Schneidgatter kommt, wo das Zerteilen und danach das Schneiden erfolgen.

Bei einer meiner letzten Reportagereisen konnte ich mir genau ansehen, wie das alles funktioniert. Es ist vielleicht keine Rocket Science , die dahinter steht, dass man große Käselaibe maschinell fein würfeln kann, aber eine gehörige Portion Gehirnschmalz und natürlich viel Erfahrung, die stecken sehr wohl in solchen Anlagen.

Wenn Sie das nächste Mal also wieder Käsewürfel sehen, dann denken Sie daran, dass in denen sehr viel mehr steckt, als man auf den ersten Blick vermuten möchte!

Ihr

Roland Sossna

 

 

 

 

Roland Sossna

Roland Sossna

The trained dairy expert, agricultural engineer and freelance journalist Roland Sossna is part of the editorial staff of the trade magazine molkerei-industrie (dairy industry) and IDM International Dairy Magazine. He regularly presents outstanding innovations from the dairy industry on the blog.

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