Ressourcen einsparen – Effizienz steigern: die oberste Maxime

Ressourcen einsparen – Effizienz steigern: die oberste Maxime
©Pixabay, User: suju

Ressourcen einsparen und damit nebenbei die Effizienz des gesamten Unternehmens verbessern, gleichzeitig aber vor allem die heutigen Nachhaltigkeitsanforderungen erfüllen – das ist inzwischen wohl die oberste Maxime für jeden Produktionsprozess. Wer seine Erfolge im Bereich Nachhaltigkeit nachvollziehbar öffentlich macht, wer sich dabei als wirklich „grün“ erweist, der darf dann vielleicht auch noch seine Erzeugnisse an den Verbraucher nachliefern.

Mit einer Einschränkung: Marketing, Produktkonzept, Preisstellung und Verpackung sowie werbliche Verbraucheransprache müssen ebenfalls passen. Wer in der heutigen Zeit nicht sofort unter medialem Generalverdacht stehen will, der muss kommunizieren – und das auf harten Fakten basierend. Verschnörkelungen werden von der Öffentlichkeit ebenso wenig geduldet wie Greenwashing, und Nicht-Kommunizieren geht gar nicht mehr.

Nur individuelle Ansätze bringen Lösungen

Es gibt so viele Ansätze zur Einsparung von Ressourcen wie es Molkereien gibt. Klar, ein paar grundlegende Gemeinsamkeiten bestehen in allen prozesstechnologisch aufgestellten Unternehmen, es geht ja um Energie und stoffliche Verbräuche. Die Umsetzung von Einsparungsmaßnahmen wird aber immer individuell erfolgen müssen. Denn in der Branche besteht eine ganz unterschiedliche Bereitschaft zur Investition in Einsparungsmaßnahmen, die später zwar dauerhaft, aber eben oft auch nicht sofort positive Effekte zeigen. Jeder kennt das berühmte Totschlagargument, dass der ROI (Return on Investment) nicht kurzfristig genug gegeben ist, wenn in Betrieben wieder einmal über Energie- und Ressourceneinsparung diskutiert wird.

Ressourcen sparen wird komplizierter

Zudem ist zu beobachten, dass die Dinge immer komplizierter werden. Jede einzelne Maßnahme, zum Beispiel die Verwertung der im Abwasser enthaltenen Wärmeenergie, muss im großen Zusammenhang gesehen werden: Passt sie ins Konzept, kann der „Effekt“ das ganze Jahr über zu jeder Zeit genutzt werden. Wie beeinflusst die Einzelmaßnahme die gesamtenergetische Performance und wie lässt sich diese messen? Hier kommen wir ganz schnell wieder zum Ansatz Industrie 4.0 und der Frage nach der Verfügbarkeit von Anlagen über die gesamte Nutzungsdauer hinweg. Die Mittel zur Realisierung von Industrie 4.0 existieren bereits allesamt. Je nach Betrieb dürfte es aber ein langer Weg von sechs bis zehn Jahren sein, bis der Status einer Molkerei 4.0 erreicht ist.

Die Linien müssen laufen

Stellen wir lieber die Verfügbarkeit von Anlagen in den Fokus. Da lassen sich nämlich nach Aussage von Experten wie Axel Keller, akr engineering in Wedemark, bei den allermeisten Unternehmen noch ganz viele positive Effekten realisieren. Alle Molkereien müssen künftig die Zuverlässigkeit als Kernkompetenz definieren und gegebenenfalls sogar in sie investieren, wenn sie mit den in der Regel hier schon recht gut aufgestellten Branchenführern auch produktionskostenseitig mithalten wollen.

Mehr Sicherheit gegen Ausfall bieten eine ganzheitliche Auslegung der Instrumentierung von Anlagen, der Einsatz intelligenter Sensoren, Disziplin bei der Inbetriebnahme und zuverlässigkeitsorientierte Montage der Peripherie (z.B. Pumpen). Auch bei der Instandhaltung sind bestimmte Anforderungen zu erfüllen, etwa das Erstellen zustandsorientierter und vorbeugender Konzepte und Sorgfalt bei der Planung (Wegezeiten etc.). Instandhaltung, die früher als Kostentreiber verstanden wurde, ist in Wirklichkeit eine der Schlüsselfunktionen für eine kostensenkende höhere Verfügbarkeit und damit Effizienz von Anlagen.

© AKR_Keller

Das Einsparen von Ressourcen und die Verfügbarkeit von Anlagen haben auf der drinktec schon immer eine wichtige Rolle gespielt, auch wenn man auf den Messeständen vor zehn Jahren vielleicht noch nicht so explizit davon gesprochen hat. Bis zur nächsten drinktec haben die Unternehmen der Zulieferindustrie noch Zeit für ihre Neu- und Weiterentwicklungen. Man darf gespannt sein, was für raffinierte und spannende Lösungen sie vom 13. bis 17. September 2021 in München präsentieren werden!

Roland Sossna

Roland Sossna

Der gelernte Molkereifachmann, Agraringenieur und freie Fachjournalist Roland Sossna gestaltet unter anderem die Redaktion der Fachtitel molkerei-industrie und IDM International Dairy Magazine. Regelmäßig stellt er herausragende Innovationen aus der Molkerei-Branche auf dem Blog vor.

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