Lieferkettenmanagement absichern

Lieferkettenmanagement Milch
© Antonenko

Lebensmittel-Skandale und Produktionsfehler bei Lebensmittelherstellern rufen auch die Milchindustrie dazu auf, sich in ihrer Lieferkette immer stärker abzusichern. Der hohe Wettbewerbsdruck und die Anforderungen der Verbraucher nach Sicherheit und Transparenz machen es für die stark im Fokus der Öffentlichkeit stehende Branche unerlässlich, ihr Lieferkettenmanagement zuverlässig zu betreiben. Nur durch ein solches Management können Transparenz, Effizienz, Kontrolle und Sicherheit gewährleistet werden.

Das Internet of Things (IoT) bietet zum Aufbau eines Lieferkettenmanagements neue Möglichkeiten. Die verfügbaren Technologien müssen allerdings im Geschäftsalltag richtig genutzt werden, was in der Praxis nicht immer einfach zu bewerkstelligen ist, da die Führungsebene einer Molkerei in der Regel nicht aus IT-Experten besteht. Daher empfiehlt es sich für den Aufbau eines IT-gestützten Supply Chain Managements (SCM) externe Dienstleister zu nutzen. Zahlreiche namhafte Unternehmen der Zulieferindustrie haben dies bereits erkannt und ihr Portfolio über das bisherige traditionelle Maschinen- oder Verpackungsangebot hinaus stark erweitert, um den Bedarf der Molkereiunternehmen besser abdecken zu können.

Tracking und Tracing

Ein führender System- und Lösungsanbieter für keimfreie Karton-Verpackungen ermöglicht beispielsweise mit neuen digitalen Technologien und speziellen Track-and-Trace-Lösungen eine 100 prozentige Konnektivität und Rückverfolgbarkeit jeder einzelnen Verpackung. Mit einer solchen Rückverfolgbarkeit können Hersteller Kontrolle über die Lieferkette gewinnen – vom Rohstoff bis ins Verkaufsregal der Händler. Das Rückgrat solcher Lösungen bilden meist Track-and-Trace-Systeme, die Qualitätskontrolle, Produktionseffizienz und Rückrufmanagement verbessern können. Hierbei ergibt sich eine präzise Rückverfolgbarkeit jedes einzelnen Produktes über alle Prozesse hinweg. Ein integriertes System wird darauf ausgerichtet, Daten während des gesamten Produktlebensweges zu sammeln, zu speichern und jedem Datensatz einen individuellen QR-Code auf der jeweiligen Verpackung zuzuordnen.

Lieferkettenmanagement – umfassend und systematisch

Mittlerweile gibt es Supply-Chain-Management-Softwares, die anstelle von obsoleten Excel-Dateien eingesetzt werden können und teilweise beeindruckende Ergebnisse liefern.
Mit solchen Softwarelösungen können Daten analysiert und für eine bessere Planung und Automatisierung von Prozessen innerhalb der Lieferkette genutzt werden. Softwares tragen beispielsweise entscheidend dazu bei, dass der Verderb von Milchprodukten reduziert wird. Besagte Vorgänge sind jedoch durchaus komplex und werden immer vielseitiger, umso stärker Lebensmittelunternehmen diese Systeme nutzen und Daten auf allen einzelnen Produktionsstufen generieren. Hier wird auch in der Milchindustrie von Big Data gesprochen, denn die Hersteller werden üblicherweise von einer Vielzahl an Milcherzeugern mit Rohstoffen versorgt, beziehen zusätzlich verschiedene Inhaltsstoffe aus der ganzen Welt und nutzen eine enorme Zahl an unterschiedlichen Verpackungskonzepten.

Für einen umfassenden Überblick über die gesamte Lieferkette sollten also spezielle Softwares verwendet werden: Einschlägige Lösungen erlauben das Automatisieren der Prozesse und zudem eine Verbesserung der Entscheidungsqualität. So können Unternehmen Effizienzpotentiale heben und signifikant Kosten einsparen. Beratungsunternehmen raten zur Entwicklung einer Roadmap, um die Digitalisierung einer SCM-Organisation gezielt voranzutreiben.

Laut Gabler Wirtschaftslexikon bezeichnet Supply Chain Management (SCM) den Aufbau und die Verwaltung integrierter Logistikketten, unter anderem Material- und Informationsflüsse, über den gesamten Wertschöpfungsprozess hinweg. Dazu zählen alle Stufen von der Rohstoffgewinnung über die Veredelung bis hin zum Endverbraucher.

Branchenübergreifende Fachevents wie die drinktec 2021 bieten einen Überblick über automatisiertes SCM an: Die Weltleitmesse für die Getränke- und Liquid-Food-Industrie findet vom 4. bis 8. Oktober 2021 auf der Messe München statt und bedient alle Themen rund um Herstellung, Abfüllung, Verpackung und Marketing der Getränkeindustrie. Sie haben neue Technologien zum Lieferkettenmanagement in der Getränkeindustrie, die Sie einem internationalen Publikum vorstellen möchten? Dann seien Sie bei der nächsten drinktec auch mit dabei.

Roland Sossna

Roland Sossna

Der gelernte Molkereifachmann, Agraringenieur und freie Fachjournalist Roland Sossna gestaltet unter anderem die Redaktion der Fachtitel molkerei-industrie und IDM International Dairy Magazine. Regelmäßig stellt er herausragende Innovationen aus der Molkerei-Branche auf dem Blog vor.