Nachhaltige Verpackungen der Zukunft

nachhaltige Verpackung für Getränke
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Nachhaltige Verpackungen im Trend: Neue EU-Plastik-Richtlinien sowie die weltweite Diskussion über den Klimawandel und die Vermüllung der Weltmeere sorgen dafür, dass auch Getränke- und Getränkeverpackungs-Hersteller innovative Konzepte entwickeln und in Sachen Recycling ihre Forschungen weiter vorantreiben.

Vor wenigen Wochen stellte die Carlsberg Gruppe zwei neue Flaschen-Prototypen vor. Unter dem Namen „Green Fibre Bottle“ wurden die ersten Bierflaschen aus Papier präsentiert. Beide aus nachhaltig gewonnenen Holzfasern, die zu 100 Prozent biobasiert und vollständig recycelbar sind. Damit in die Flaschen überhaupt Bier gefüllt werden kann, haben sie noch eine innere Barriereschicht aus Polymerfolie. Carlsberg sucht jedoch eine Lösung für eine zu 100 Prozent biobasierte Flasche ohne Polymere.

„Wir setzen weiterhin Innovationen in allen unseren Verpackungsformaten um und freuen uns über die Fortschritte, die wir bisher erzielt haben“, sagt Myriam Shingleton, Vice President Group Development bei der Carlsberg Group.

Carlsberg entwickelt nachhaltige Verpackung aus Papier
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Obwohl das Ziel noch nicht ganz erreicht sei, seien die beiden Prototypen ein wichtiger Schritt zur Marktreife. Innovationen brauchten Zeit und Carlsberg werde weiterhin mit führenden Experten zusammenarbeiten, um die verbleibenden technischen Herausforderungen zu meistern, erklärt Shingleton. Carlsberg startete das Projekt, bei dem auch andere namhafte Hersteller wie beispielsweise Coca-Cola mit an Bord sind, bereits im Jahr 2015.

Meeres-Plastikmüll wird zu neuen Flaschen

In Sachen Verpackung hat Coca-Cola außerdem längst eigene Forschungsprojekte ins Leben gerufen. Vor kurzem stellte das Unternehmen eine erste Musterflasche vor, die aus Meeres-Plastikmüll hergestellt wurde. Diese Innovation beweise, dass eines Tages sogar die Plastikabfälle aus dem Meer wieder für Lebensmittel und Getränke verwertet werden könnten, heißt es. Es seien knapp 300 Musterflaschen hergestellt worden, bei denen 25 Prozent wiederverwertetes Meeresplastik eingesetzt wurde. Das Material dafür stamme aus dem Mittelmeer und von Mittelmeerstränden in Spanien und Portugal. Die Musterflaschen seien entwickelt worden, um das Potenzial verbesserter Recycling-Technologien deutlich zu machen, so das Unternehmen. Diese innovativen Verfahren ermöglichten, gebrauchtes Plastik jeglicher Qualität wieder zurück in hochwertiges Plastik zu verwandeln.

Recyclingtechnik nachhaltig verbessern

Um die Technik zum Recycling von PET-Flaschen und Kunststoffabfällen nachhaltig zu verbessern, haben sich die Krones AG und die Stadler Anlagenbau GmbH zu einer Kooperationspartnerschaft zusammengeschlossen. Durch den Zusammenschluss erwarten sich die Unternehmen einen signifikanten Schub für die Kreislaufwirtschaft. „Wir möchten unsere Kunden mit der höchsten Qualität beim Material-Output versorgen, die in der Branche zu finden ist“, erklärt Willi Stadler, Geschäftsführer der Stadler Anlagenbau GmbH. Christian Fisch, der als Head of Plants auf Seiten der Krones AG die Kooperation verantwortet, ergänzt: „Die Zusammenarbeit erlaubt es uns, Schnittstellen zu reduzieren und zu verbessern.

Wie wichtig Verbraucher nachhaltige Verpackungen finden, unterstreicht die europaweite Studie, die der europäische Verband Pro Carton in Auftrag gegeben hat. Die Studie zeigt, dass die Umweltbelastung durch Verpackungen die Kaufentscheidungen von 75 Prozent der Befragten beeinflusst.

Dadurch treiben wir nicht nur unsere Technologie und Verfahrensweisen voran – wir werden auch nochmal deutlich schneller bei der Abwicklung konkreter Kundenprojekte.“ Zum einen sollen künftig bereits bestehende und vielfach erprobte Lösungen im Bereich der Sortier- und Recycling-Technik als schlüsselfertige Gesamtfabriken aus einem Guss angeboten werden. Zum anderen sollen gemeinsam neue Lösungen entwickelt werden.

Nachhaltige Verpackung: Saftflasche aus 100 Prozent Rezyklat

Eine neue Technologie für weniger Plastikmüll stellte vor wenigen Wochen auch der Dortmunder Systemanbieter KHS vor. Das Unternehmen hat erstmals eine komplett recyclingfähige Saftflasche aus 100 Prozent Rezyklat entwickelt, die dank einer speziellen Barrierelösung einen einzigartigen Produkt- und Frischeschutz verspricht. „Auch im Hinblick auf die aktuelle Plastikdiskussion werden umweltschonende praxistaugliche Lösungen immer wichtiger“, sagt Philipp Langhammer, Produktmanager Barrieretechnologie bei KHS Corpoplast. Gefordert sei eine ganzheitliche und nachhaltige Verpackung für die gesamte Bandbreite an sensitiven Getränken. „Bei der Entwicklung der Flasche haben wir deshalb alles dem Credo Umweltschutz, Recyclingfähigkeit und höchstem Produktschutz untergeordnet“, so Langhammer.

Das neue Flaschenkonzept sei für die Weiterverarbeitung als folienfreies Gebinde entwickelt worden. Leicht lösbare, aber verbundsichere Klebepunkte halten die Flaschen zusammen. Mit dem System von KHS seien die sonst üblichen Folien zum Zusammenhalt der PET-Flaschen beispielsweise bei Sixpacks überflüssig, heißt es. Auch dieser Klebstoff wird laut Unternehmen im Recyclingprozess problemlos entfernt. „Durch den Wegfall der umschließenden Folie tragen wir zu einer weiteren Reduzierung dieses Verpackungsmülls um bis zu 90 Prozent bei“, sagt Langhammer. „Mit unserer Flasche könnten bei einer jährlichen Produktionsmenge von 50 Millionen Flaschen mehr als 1.500 Tonnen Rohstoff in Form von neuem PET eingespart werden“, sagt Langhammer.

Politischer Druck steigt

Die Beispiele zeigen, wie der politische und gesellschaftliche Druck die Forschung vorantreiben. Tatsache ist: Die aktuell verabschiedete EU-Richtlinie muss innerhalb von zwei Jahren in den EU-Staaten in nationales Recht umgesetzt werden. Dann wird es ein Vermarktungsverbot für bestimmte Einweg-Kunststoffprodukte geben, Einweg-Getränkeverpackungen müssen bis 2023 zu mindestens 30 Prozent aus recycelten Kunststoffen bestehen und die Verschlüsse von Einwegflaschen aus Kunststoff müssen spätestens ab 2025 fest mit der Flasche verbunden sein. Hierfür werden in den nächsten Jahren noch einige Innovationen nötig sein. Die Forschungs- und Entwicklungsabteilungen der Verpackungshersteller arbeiten bereits auf Hochtouren an marktreifen Lösungen.

Einige davon werden bereits auf der Weltleitmesse drinktec zu sehen sein. Dort präsentieren Aussteller aus aller Welt ihre Neuheiten. Wenn Sie auch mit dabei sein möchten, dann melden Sie sich an. Die nächste drinktec findet vom 13. bis 17. September 2021 auf dem Messegelände in München statt. Falls 2021 für Sie noch zu weit in der Zukunft liegt, informieren Sie sich gerne in der Zwischenzeit auf der LOPEC über neuesten Trend der Verpackungen.

Glasflaschen als nachhaltige Verpackung
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Dirk Omlor

Dirk Omlor

Dirk Omlor war rund zwei Jahrzehnte Redakteur bei renommierten Getränke-Fachverlagen. Im Juli 2018 gründete der Dipl.-Ing. für Brauwesen zusammen mit seiner langjährigen Kollegin Barbara Rademacher ein Text- und Beratungsbüro mit dem zentralen Projekt getraenke-news.de.