Lieferkettenmanagement im Fokus – mehr Sicherheit, Kontrolle und Qualität

Lieferkettenmanagement mit mehr Sicherheit, Kontrolle und Qualität
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Das Lieferkettenmanagement rückt zunehmend in den Fokus der Lebensmittelhersteller. Der kontinuierlich steigende Druck im Markt und die hohen Erwartungen der Verbraucher erfordern nicht nur eine absolut präzise funktionierende Distribution – und das entlang der gesamten Supply Chain. Darüber hinaus müssen Transparenz, Rückverfolgbarkeit, Effizienz in den Abläufen und nicht zuletzt auch höchstmögliche Sicherheit geboten werden.

So können Lebensmittelhersteller ihre Lieferkette managen

Ayed Katrangi, Senior Product Manager Digital Marketing bei SIG, zufolge sind Supply Chains heute komplexer und vielschichtiger denn je – insbesondere in der Lebensmittel- und Getränkebranche. Zwar seien die Gründe hierfür vielfältig – zurückzuführen sei dies aber vor allem auf die Globalisierung und den zunehmenden grenzüberschreitenden Warenverkehr zwischen Herstellern und Zwischenhändlern. Insgesamt erschwert eine solche Entwicklung die Kontrolle und Rückverfolgbarkeit in der Wertschöpfungskette, was wiederum bedeutet, dass die Risiken gerade in Bezug auf die Lebensmittelsicherheit enorm ansteigen.

Erst zwei von zehn deutschen Unternehmen haben mit der Digitalisierung ihrer Lieferkette begonnen. Einen Transformationsprozess erfolgreich aufgesetzt haben darüber hinaus lediglich acht Prozent der Logistikentscheider. Zu diesem Ergebnis kommt das Hermes-Barometer „Trends im Supply Chain Management“.

In diesem Zuge gewinnen passende IT-Lösungen für das Lieferkettenmanagement immer mehr an Relevanz. Einige Fragen stellen sich dabei aber immer wieder: Wie lassen sich die verfügbaren Technologien effektiv nutzen? Welche Daten sind aus welchen Bereichen zusammenzuführen? Wo müssen Aufrüstungen erfolgen, um überhaupt Daten generieren zu können und in den Fluss zu bekommen?

Lieferkettenmanagement: Digitale Technologien schaffen Transparenz

Digitale Technologien und Track-and-Trace-Lösungen schaffen eine 100-prozentige Konnektivität und Rückverfolgbarkeit entlang der gesamten Supply Chain – von der Verpackung über die verwendeten Rohstoffe und deren Herkunft bis hin zu den involvierten Prozesslinien, der Verarbeitungszeit und dem Personal. Was sich komplex anhört, ist eine sicher sehr ambitionierte, aber durchaus lösbare Aufgabe.

Denn es gibt ja bereits überall die entsprechenden Steuerungen. Darüber hinaus verfügt nahezu jedes Unternehmen der Lebensmittelindustrie über ein ERP (Enterprise-Resource-Planning) System, mit dem die unternehmensinternen Ressourcen rechtzeitig und bedarfsgerecht geplant und gesteuert werden. Dazu zählen beispielsweise Kapital, Personal, Betriebsmittel, Material sowie Informations- und Kommunikationstechnik. Die benötigten Daten für ein optimiertes Lieferkettenmanagement sind also i.d.R. vorhanden. Sie müssen im Prinzip nur zusammen und in Form gebracht werden.

Megatrend: Vernetzung entlang der Supply Chain

Vom kaufmännischen Bereich über die Produktion bis hin zur Logistik: Mit dem Einzug von Industrie 4.0 bildet eine solche umfassende Datenerfassung und Vernetzung in allen Prozessen den wohl größten Megatrend unserer Zeit für Lebensmittelhersteller. Die Erfassung und Nutzung von Prozessdaten durch integrierte Systeme und intelligente Auswertungssoftware eröffnet enorme Möglichkeiten für das Lieferkettenmanagement z.B. eine umfangreiche Qualitätskontrolle, eine verbesserte Produktionseffizienz und ein optimiertes Rückrufmanagement – und das speziell, wenn Track-and-Trace-Systeme zum Einsatz kommen.

Die Lieferketten werden immer komplexer und vielschichtiger, zum Glück gibt es Konzepte, mit denen sich die Supply Chain managen lässt
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Daten werden während des gesamten Produktlebensweges gesammelt und in einer umfassenden Datenbank gespeichert. So kann am Ende jeder Datensatz einem individuellen QR-Code auf jeder Verpackung zugeordnet werden, um ein ‚Connected Pack‘ [SIG] zu generieren. Lösungen dieser Art helfen gerade Markenherstellern dabei, ihre Produkte vor Fälschungen zu schützen. Die individuelle Serialisierung jeder Verpackung dient dabei als eindeutiger Indikator für die Authentizität des Produkts – womit die Lücke zwischen Lebensmittel- und Pharmaindustrie übrigens wieder ein Stück kleiner wird.

drinktec 2021

Wie sich lückenlose Rückverfolgbarkeit, Serialisierung individueller Produkteinheiten und vor allem höchstmögliche Lebensmittelsicherheit heutzutage generieren bzw. sicherstellen lassen, darüber wird auch die kommende drinktec, die Weltleitmesse der Getränke- und Liquid-Food-Industrie, informieren. Sie findet vom 13. bis 17. September 2021 in München statt. Sie wird einen komprimierten, aber umfassenden Überblick über den Stand der Technik – auch besonders im Bereich von IT-Lösungen – bieten, die spezifisch für die Lebensmittelindustrie gedacht sind.

Roland Sossna

Roland Sossna

Der gelernte Molkereifachmann, Agraringenieur und freie Fachjournalist Roland Sossna gestaltet unter anderem die Redaktion der Fachtitel molkerei-industrie und IDM International Dairy Magazine. Regelmäßig stellt er herausragende Innovationen aus der Molkerei-Branche auf dem Blog vor.