Die Chancen der Digitalisierung: E-Commerce im Getränkehandel

Im Gegensatz zu England und Frankreich steckt der deutsche E-Commerce-Markt für die sogenannten Fast Moving Consumer Goods (FMCG) noch in den Kinderschuhen. FMCG meint dabei Konsumgüter des alltäglichen Bedarfs wie Getränke, Nahrungsmittel oder Haushaltsprodukte. Ihr Anteil am E-Commerce-Umsatz lag 2015 noch unter einem Prozent. Davon entfielen aber bereits fast 50 Prozent der Umsätze auf Getränke. Der Markt wächst jetzt aber auch in Deutschland – 2016 bestellte schon fast jeder dritte Online-Shopper Lebensmittel und Getränke im Netz – höchste Zeit für die Getränkemärkte und den Getränkefachgroßhandel (GFGH) sich dem Trend der Digitalisierung anzuschließen.

Laut einer Befragung im Auftrag des Digitalverbands Bitkom haben bereits 43 Prozent der Lebensmittel-Online-Käufer bei ihrem Einkauf mindestens einmal die Online-Shops des stationären Lebensmitteleinzelhandels (LEH), wie beispielsweise rewe.de, genutzt. Fast genauso viele (38 Prozent) haben bereits bei reinen Online-Lebensmittelhändlern eingekauft. Auch die Angebote im klassischen Online-Versandhandel, z.B. Amazon oder ebay, sind im E-Commerce für Lebensmittel und Getränke sehr beliebt. 15 Prozent haben dort bereits Lebensmittel bestellt.

Der stationäre Handel hat das Potenzial der Digitalisierung erkannt

Das Potenzial der Digitalisierung und somit auch des Lebensmittel-E-Commerce, hat der stationäre Handel bereits erkannt. Viele Anbieter aus dem LEH bieten ihre Produkte auch in eigenen Online-Shops an und haben ihre Liefer-und Lagerlogistik entsprechend ausgebaut. Anders sieht es im Getränkehandel und den Getränkemärkten aus. Laut einer internen Umfrage unter den Mitgliedsunternehmen des Bundesverbandes des Deutschen Getränkefachgroßhandels e.V. (BV GFGH) spielt die Digitalisierung in 90 Prozent der Unternehmen noch keine zentrale Rolle. Zwar haben 70 Prozent der Umfrageteilnehmer bereits eine eigene Plattform für den E-Commerce, das Bedrohungspotenzial von Internetplattformen wie Amazon wird jedoch noch deutlich unterschätzt. Diese legen derzeit ihren Fokus besonders auf die Erweiterung des Handels mit Lebensmitteln und Getränken.

Chancen und Herausforderungen des E-Commerce im Lebensmittel- und Getränkehandel

Mit einer Wachstumsrate von 27,6 Prozent sind Lebensmittel und Delikatessen laut einer Studie des IFH Köln die stärksten Treiber im E-Commerce. Und das dürfte in Zukunft noch länger so bleiben. Doch anders als im stationären Handel stehen beim E-Commerce die Produkte im Vordergrund, nicht die Anbieter. So erfüllen besonders Spezialangebote die Bedürfnisse der Online-Käufer. Da es sich beim deutschen Lebensmittel- und Getränkemarkt generell um ein stark umkämpftes Segment mit preisgetriebenem Wettbewerb handelt, wird es gerade für den GFGH und die Getränkemärkte immer wichtiger, sowohl die Wettbewerber und deren Preise, als auch ihre Zielgruppen genau zu beobachten. Besonders für Wohngemeinschaften, Familien und beruflich Vielbeschäftigte ist der E-Commerce im Bereich der FMCG sehr attraktiv.

Zentrale Herausforderung für Händler ist dabei vor allem die Logistik. Denn diese muss den Produktanforderungen – vor allem bei frischen Artikeln – gerecht werden, während gleichzeitig die Wünsche der Online-Shopper erfüllt werden müssen. Dazu zählt beispielsweise die schnelle und vor allem kostengünstige Lieferung. Eine Lösung für diese logistische Herausforderung ist beispielsweise das Prinzip Click & Collect. Damit können Kunden in einem übersichtlichen Online-Shop ihre gewünschten Produkte mit nur wenigen Mausklicks suchen, kaufen und im nächsten Supermarkt persönlich abholen, anstatt im stationären LEH und GFGH mühsam danach suchen zu müssen. Damit können Probleme in der Logistik einfach gelöst werden, möglicherweise sogar umgangen werden.

Auch die Personalisierung des Einkaufserlebnisses eröffnet den Getränkehändlern neue Möglichkeiten – kauft ein Kunde beispielsweise gerne Biogetränke, können ihm beim nächsten Einkauf ähnliche Produkte vorgeschlagen werden. Bietet der Online-Shop dem Kunden nun durch hochwertigen Content auch noch einen zusätzlichen Mehrwert – wie beispielsweise im Lebensmittelbereich des Anbieters Hello Fresh durch Kochrezepte – lässt sich das Potenzial des E-Commerce in der Branche noch weiter ausschöpfen.

Handel und Fachhandel auf der drinktec in München

Auf der drinktec können sich Interessierte aus Handel und Fachhandel In der Innovation Flow Lounge, Halle B1, genauer über die digitale Transformation informieren. Beim Talking Table 1: Digitally Driven Drinks diskutieren die teilnehmenden Experten, wie gerade die Digitalisierung den Getränkemarkt verändern wird. Auch auf der erstmals parallel stattfindenden PRO FachHANDEL, Leitmesse des deutschen Getränke- und Conveniencefachhandels, erfahren Besucher alles über die wichtigen Themen, Trends und Entwicklungen im Getränkehandel.

Die Innovation Flow Lounge wird unterstützt von:

  • Döhler
  • FoodBev Media
  • KHS
  • Sahm GmbH
drinktec Blog-Team

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Hier berichtet das drinktec Team über alles rund um die drinktec und gibt Einblicke hinter die Kulissen der Messe.