Bierbranche: der Hopfenanbau steigt – zumindest vorerst

Hopfen vor der Ernte

Im Jahr 2019 verzeichnet die Bierbranche eine weltweit positive Entwicklung: die Anbaufläche und Erntemenge sowie die Alphasäuremenge und der Bierausstoß sind im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Diese Informationen gehen aus dem aktuellen BarthHaas-Bericht Hopfen hervor.

Im Jahr 2019 wurden weltweit 1.913 Mio. Hektoliter (hl) gebraut, was einem leichten Anstieg um 0,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Deutschland liegt 2019 auf Platz 5 der Liste der weltweit größten Biernationen. Mit großem Abstand führt China. Es folgen die USA, Brasilien und Mexiko. Angesichts der weltweiten Corona-Pandemie ist davon auszugehen, dass die Zahlen für 2020 deutlich zurückgehen werden. 

Die Bierbranche verzeichnet von Land zu Land unterschiedliche Entwicklungen im Bierausstoß

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Der Bierausstoß in Europa veränderte sich kaum. Erwähnenswert sind ein Plus in Spanien sowie Rückgänge in Deutschland und Polen. Während die Zuwächse in Mexiko und Brasilien für Wachstum in Amerika sorgten, verzeichneten die USA und Venezuela hingegen ein Minus.

Und obwohl die Bierproduktion in den Ländern Japan und China 2019 zum wiederholten Male zurückging, wurde in Asien wesentlich mehr Bier gebraut. Treiber dieser Entwicklung im asiatischen Biermarkt waren vor allem Kambodscha, Vietnam und Thailand. Für das relativ stabile Gesamtergebnis in Afrika ist besonders der Zuwachs in Südafrika verantwortlich.

Sieben deutsche Braugruppen unter den Top 40

Auf die 40 größten Brauereigruppen (siehe Tabelle) der Welt entfiel vergangenes Jahr eine Bierproduktion von 1.723 Mio. Hektoliter. Das entspricht einem Anteil von rund 90 Prozent am Weltbiermarkt.

Unter den Top 40 der weltweit größten Brauereien und Brauereigruppen sind sieben deutsche Braugruppen vertreten: die Radeberger Gruppe auf Platz 23, gefolgt von der TCB Beteiligungsgesellschaft auf Rang 24. Die Oettinger Brauerei liegt auf Platz 28, die Bitburger Brauereigruppe auf Platz 30, gefolgt von Krombacher auf Platz 31 und der Paulaner Brauerei Gruppe auf Rang 32. Die Warsteiner Brauerei rangiert auf Platz 38. Der Anteil dieser sieben deutschen Brauergruppen entspricht einem Anteil am Weltbiermarkt von 2,6 Prozent.

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Tabelle: Die zehn größten Brauereigruppen weltweit nach Bierausstoß (Stand: 31. Dezember 2019, Quelle: BarthHaas-Bericht 2019/2020)

Rang Brauerei Bierausstoß 2019 [Mio. hl] Veränderung zu 2018 [%] Anteil an Weltbierproduktion [%]
1 AB InBev (Belgien) 561,4 -1,0 29,3
2 Heineken (Niederlande) 241,4 +3,3 12,6
3 China Resources Snow Breweries (China) 114,3 -5,5 6,0
4 Carlsberg (Dänemark) 112,5 +0,2 5,9
5 Molson Coors (USA/Kanada) 92,7 -4,0 4,8
6 Tsingtao Brewery Group (China) 80,5 +0,2 4,2
7 Asahi (Japan) 57,3 -1,0 3,0
8 Yanjing (China) 38,2 +0,5 2,0
9 BGI/Groupe Castel (Frankreich) 36,7 -9,4 1,9
10 Efes Group (Türkei) 36,2 +13,8 1,9

Anstieg bei Hopfenanbauflächen und Erntemenge

Die weltweite Hopfenanbaufläche betrug im vergangenen Jahr insgesamt 61.559 Hektar und steigt fortan weiter an. Allein in Deutschland wurde 2019 auf 20.417 Hektar Hopfen angebaut. Verglichen mit dem Vorjahr vergrößerte sich die Hopfenanbaufläche damit um 1,4 Prozent.

Auch die USA verzeichnete einen Anstieg in der Hopfenanbaufläche. „Mit knapp 130.000 Tonnen war die Ernte 2019 die größte seit 1993“, so Heinrich Meier. Weltweit wurden vergangenes Jahr 129.479 Tonnen Hopfen geerntet. In den beiden wichtigsten Anbauländern Deutschland und USA betrugen die Erntemengen 48.472 bzw. 50.821 Tonnen. Weiterhin konnte auch die Alphasäurenerzeugung weltweit um 16 Prozent zulegen. Nach Angaben des aktuellen BarthHaas-Berichts sei die Menge an weltweit geernteten Alphasäuren zuvor noch nie so hoch gewesen wie im Jahr 2019. Dennoch musste in Deutschland das vierte schwache Alpha-Jahr innerhalb der letzten fünf Ernten verbucht werden.

Auswirkungen der Corona-Krise auf die Bierbranche

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie haben die internationale Brauwirtschaft stark getroffen. „Besonders der für die Hopfenwirtschaft so wichtige Craft-Sektor leidet überproportional, da ein großer Teil der Craft-Brauereien vom Ausschank vor Ort abhängig ist“, so Heinrich Meier über die aktuellen Veränderungen in der Bierbranche. 

In der Folge könnte – je nach Berechnungsmodell – der Bierausstoß im Jahr 2020 im Vergleich zu 2019 um 8 bis 14 Prozent sinken. Die dynamische Entwicklung der Pandemie und das noch nicht abgeschlossene Braujahr 2020 lassen aber lediglich Schätzungen zu. Aus heutiger Sicht werde der Bierausstoß das Niveau von 2019 frühestens 2022, wenn nicht später, wieder erreichen.

„Wenn Angebot und Nachfrage nicht in vertrauensvoller Zusammenarbeit mit allen Beteiligten wieder ins Gleichgewicht gebracht werden, ist die langfristige Leistungsfähigkeit der Hopfenwirtschaft von einer schnellen Aushöhlung bedroht, an der niemand Interesse haben kann“, so Heinrich Meier.

Sie möchten mehr über die Veränderungen und Innovationen in der Bierbranche erfahren oder ihre Erfahrungen mit anderen Branchenvertretern teilen? Dann nehmen Sie an der nächsten drinktec teil, die vom 4. bis 8. Oktober 2021 in München stattfindet.

Im November 2019 versammelten sich Vertreter der Bierbranche in Brüssel zum ersten „Global Hop Summit“.
Auf Einladung des Verbands Deutscher Hopfenpflanzer, dem Deutschen Hopfenwirtschaftsverband sowie dem Internationalen Hopfenbaubüro diskutierten über 100 Teilnehmer aus 13 Ländern neue gemeinsame Wege für die Zukunft des weltweiten Hopfenanbaus.

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Der Verlag W. Sachon mit Firmensitz auf Schloss Mindelburg veröffentlicht neun etablierte Fachmedien, die ihre Leser regelmäßig mit spannenden und interessanten Informationen versorgen. Die Schwerpunkte liegen in der Brau- und Getränkeindustrie. Die Fachmedien erscheinen in Deutsch, Englisch, Spanisch und Mandarin. Ein nationaler und ein internationaler Newsletter sowie ein SMS-Executive-Flash ergänzen das Print-Angebot digital.