Chamamè IPA – zwei Länder in einem Bier vereint

Das India Pale Ale Chamamè
© Kronprinz & Lindenberg

Deutschland trifft Argentinien – das ist nicht nur bei Fußball-Weltmeisterschaften eine spannende Begegnung. Im India Pale Ale „Chamamè IPA“ kommen deutscher Hopfen, argentinische Zitrusfrüchte und länderübergreifende Leidenschaft für gutes Bier zusammen. Gebraut haben es Eber Andriuolo, Head Brewer bei Lindenberg in Argentinien, und Tobias Seidel, Braumeister bei Kronzprinz in Bamberg. Die Initialzündung für die Kooperation: ein Besuch der drinktec.

Bier, sagt Eber Andriuolo, ist mehr als nur ein Getränk. „Bier ist Kultur, ist Geschichte, ist Lebenseinstellung“ – und in seinem Fall auch Beruf und Berufung. Der Argentinier ist Head Brewer der Brauerei Lindenberg und einer der Köpfe hinter Chamamè, einem außergewöhnlichen Bier mit außergewöhnlicher Geschichte. Kreiert hat es der Argentinier gemeinsam mit dem deutschen Braumeister Tobias Seidel. Und so vereint das Bier nicht nur Hopfen mit Zitrusfrüchten und roter Bete, sondern auch deutsche mit argentinischer Braukunst – und passt damit bestens in den Lebenslauf von Andriuolo. 

Aus Leidenschaft für Genuss

Seine Liebe zum Bier sei in Deutschland gewachsen, erzählt er. Lange Jahre lebt und arbeitet er in München, leitet seine eigene Agentur für Kommunikation, bis er eines Tages beschließt, aus seiner Leidenschaft für Genuss einen Beruf zu machen. Er lernt Kochen in Italien und Bierbrauen im Allgäu und in Niederbayern und übernimmt schließlich eine Brauerei in Argentinien. Dort floriert die Craft-Beer-Branche, und Andriuolo mischt mit seinem Lindenberg Bier mit – auf seine Art. „Wir sind eine kleine Brauerei, wir setzen auf Qualität und stellen den Menschen in den Mittelpunkt.“ Dazu gehört auch, sich und sein Team permanent fortzubilden. So besucht Andriuolo eine Vorstellung der drinktec in Buenos Aires – und ist so begeistert, dass er mit seinem ganzen Team nach Deutschland reist, um die Messe in München zu erleben. 

Ein Besuch der sich gelohnt hat, denn auf der drinktec 2017 wird der Keim gelegt für eine Kooperation der besonderen Art, aus der ein ebenso besonderes Bier entsteht: das Chamamè. In München trifft Andriuolo auf Seidel, mehrfach preisgekrönter Braumeister der fränkischen Brauerei Kronprinz und Biersommelier. „Die Wellenlänge hat einfach gestimmt bei uns.“ Beide leben und lieben das Bierbrauen, Seidel hat schon als Kind Bierdeckel und -etiketten gesammelt: „Brauerei, das war für mich ein Mythos, das hat mich schon immer fasziniert.“

Herzensprojekt zweier Freunde

So bleiben die beiden in Kontakt, Andriuolo reist sogar nach Bamberg, um vier Wochen lang ein Praktikum bei Seidel zu machen. Den Monat nutzen die beiden Profis intensiv: Sie wollen gemeinsam ein Bier entwickeln, das die Kulturen und das Beste aus Deutschland und Argentinien zusammenbringt. „Die Zusammenarbeit war wirklich ein tolles Erlebnis. Dabei ist eine echte Freundschaft entstanden“, erinnert sich Seidel – und das Chamamè wird zum Herzensprojekt der Freunde.

Das India Pale Ale mit seiner intensiven roten Farbe und der markanten Zitrusnote besteht aus Gerstenmalz, Weizenmalz, Bio Rote-Bete-Saft, Bio Grapefruit und den Hopfensorten Chinook, Hallertauer Saphir und Spalter Select sowie einer Kalthopfung mit Cascade- Hopfen und Grapefruit-Schalen. Eine spannende Mischung – auch für die Brauer selbst. „Die Grapefruit hat uns vor eine Herausforderung gestellt“, sagt Andriuolo. „Sie beeinflusst Farbe und Bitterkeit, damit umzugehen war Neuland für uns“. Seidel fürchtete vor allem, dass die Rote Bete den Geschmack erdig machen könnte. „Ich muss zugeben: Als ich den Vorschlag hörte, Pink Grapefruit und Rote-Bete-Saft in einem amerikanischen India Pale Ale zu verwenden, war ich skeptisch, denn wir sind letztlich im Lande des Reinheitsgebots“, erinnert sich Seidel. „Dann haben wir das Reinheitsgebot eben einfach ein bisschen provoziert“, ergänzt Andriuolo lachend.

Chamamè – ein Bier wie ein Aperitivo

Die Inspiration zur Herstellung des Biers war ein Aperitif, wie er zu Beginn eines mehrgängigen Menüs serviert wird. Und so erinnert die lebendige, intensive, leidenschaftliche und fröhliche Farbe des Produkts – teilweise provokant und ungewöhnlich für ein Bier – an einen typisch südländischen „Aperitivo“. Die angenehme Bitterkeit und der Geschmack nach Zitrusfrüchten, die vor allem von Pink-Grapefruit dominiert werden, ergeben eine perfekte harmonische Paarung mit einem Antipasto oder einem ersten Gang. Daher der Tipp der beiden Brauer, ein 0,2 l Glas wie ein TeKu (Rastal) oder Sensorik (Sahm) Pokal zu verwenden. „Chamamè eignet sich einfach bestens, um die Seele baumeln zu lassen.“ Inspiration für den Namen war übrigens ein Tanz aus dem Norden Argentiniens.

Erhältlich ist das Bier derzeit in limitierter Auflage in Bamberg, aber es soll auch nach Argentinien kommen. Schon jetzt ist es „ein wichtiger Schritt für die argentinische Craft-Beer-Branche“, ist Andriuolo überzeugt. Und wenn es nach Seidel geht, auch nicht die letzte Kooperation der beiden: „Die nächste entsteht dann einfach in Argentinien, denn wir bleiben ganz sicher in Kontakt.“ Genau das sei auch das Schöne an der drinktec: „Man kommt in Kontakt mit tollen Kollegen.“ Und daraus entstehen dann bisweilen Biere, die Grenzen überwinden.

drinktec Blog-Team

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Hier berichtet das drinktec Team über alles rund um die drinktec und gibt Einblicke hinter die Kulissen der Messe.