Ideenreich und innovativ – die Fruchtsaftindustrie

beckers bester
© beckers bester Foto: Ruth Reinking

Von milden Säften über Säfte mit Zusatznutzen bis hin zu Direktsäften und Smoothies – sie alle sorgen laut GfK, einem der größten Marktforschungsunternehmen weltweit, für Absatzimpulse bei fruchthaltigen Getränken. Zahlreiche Fruchtsaft-Hersteller haben den Marketing-Trend zum Besonderen erkannt und interessante Produkte und Konzepte wie sortenreine Fruchtsäfte entwickelt. Von Verbandsseite aus wird verstärktes Verbraucherinteresse an Fruchtsaft durch die Initiative „Fruit Juice Matters“ erzeugt.

Der deutsche Fruchtsaft-Hersteller Amecke und die polnische Maspex Gruppe haben etwas gemeinsam: Sie setzen auf Sortenvielfalt bei Äpfeln – und den entsprechenden Fruchtsäften. Ariana Amecke-Moennighof, Produktmanagerin bei Amecke: „Wir glauben, dass sortenreine Premiumsäfte Potenzial haben – insbesondere in Märkten, die hohe Ansprüche stellen. Genau dort setzen wir mit unserer Produktrange ‚Mein Lieblingsapfel’ an.“ Die Fruchtsäfte im Angebot des Unternehmens sind „Cripps Pink“, „Idared“ und „Golden Delicious“. Die Maspex Gruppe führt Fruchtsaft aus den Apfelsorten „Antonowka“, „Champion“ und „Jonagold“ – ebenso wie Amecke in der Kartonverpackung. Sortenreiner Fruchtsaft steht auch beim Unternehmen „beckers bester“ im Fokus. Interessante Marketing-Strategie hier: Die bislang 13 Fruchtsäfte dieser Kategorie kommen in 0,7-l-Bordeaux-Flaschen daher und werden im Handel in Holzregalen präsentiert, deren Material ausschließlich aus deutschem kontrolliertem Anbau stammt.

Die sortenreinen Säfte kommen

Gemäß einer Verbraucherumfrage von Mintel ist der Ansatz zur Sortenreinheit durchaus zukunftsträchtig. So gaben in Deutschland über ein Viertel der befragten Verbraucher an, dass sie Fruchtsäfte, die aus spezifischen Obstsorten hergestellt sind, gerne konsumieren würden. In Polen waren es sogar um die 30 Prozent. Und in Frankreich, Spanien und Italien signalisierten Konsumenten gleichermaßen deutliches Interesse am sortenreinen Fruchtsaft.

Superfood in Smoothies

Auch dem Trend zu Smoothies folgen zwischenzeitlich zahlreiche Unternehmen. Und auch hier gibt es immer wieder neue Ideen. Beispielsweise von der Naturkostsafterei Voelkel, bei deren neuen „Super Saaten Smoothies“ weiße Chia-Samen entweder mit Mango oder roten Beeren oder grüner Kiwi gemixt werden.

Neues Trend-Thema: Kaltpressung

Außerdem eine interessante Entwicklung: der Trend hin zu kalt gepressten Säften. Der Prozess der Kaltpressung soll Vitamine, Mineralien, Enzyme sowie die Textur und den Geschmack von Früchten und Gemüse im Saft besser bewahren. Laut Mintel ist die Zahl der Markteinführungen von kalt gepressten Säften schon zwischen 2014 und 2015 weltweit um 121 Prozent angestiegen, in Deutschland sogar um 314 Prozent. Beispielsweise erweiterte Elka-Frische kürzlich sein Produkt-Portfolio um drei kalt gepresste Gemüse- und Fruchtsäfte und sammelt mit deren humorvoller Präsentation weitere Extra-Punkte. Denn als „Captain Karotte“, „Roter Bet-Man“ und „Gurki-Nator“ kommen die Getränke in der 250-ml-PET-Flasche für unterwegs durchaus aufmerksamkeitsstark daher.

Neuer Vertriebsweg der Fruchtsaftindustrie: Apotheke

Dass auch die gezielte Wahl neuer Vertriebswege Marktpotenziale erschließen kann, demonstriert die Josef Möller Obstsaftkelterei. Sie kreierte mit „Vitagarten“ eine Saftmarke, die bundesweit ausschließlich in Apotheken erhältlich ist.

Fruchtsaft-Initiative: „Fruit Juice Matters“

Um dem Verbraucher Fruchtsaft noch schmackhafter zu machen und dessen Vorteile explizit zu erläutern, gründete der Europäische Fruchtsaft-Verband AIJN gemeinsam mit 14 weiteren Fruchtsaft-Verbänden von EU-Ländern die Initiative „Fruit Juice Matters“. Über diese Plattform stellen die Verbände in Kooperation mit einem internationalen Expertengremium Fakten und Informationen zu Fruchtsaft bereit, die auf aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren. Klaus Heitlinger, Geschäftsführer des Verbands der deutschen Fruchtsaftindustrie: „Unser Anliegen ist, aktuelle Forschungsergebnisse mit Ernährungswissenschaftlern und Ernährungsberatern auf verbrauchergerechte Informationen herunterzubrechen.“ Ein guter Ansatz zur länderübergreifenden Steigerung der Attraktivität von Fruchtsaft.

Über Trends und Innovationen aus der Fruchtsaftindustrie können Sie sich auf der drinktec hervorragend austauschen. Beispielsweise in der Innovation Flow Lounge, der Inspirationsquelle für Marketing, Produkt-Innovationen und Verpackungen, auf der Sonderschau New Beverage Concepts oder bei Gesprächen an den Ständen der etwa 1.600 Aussteller. Interessant ist in diesem Zusammenhang zudem die Prämierung des besten Saftes bzw. des besten Saftgetränks im Rahmen der World Beverage Innovation Awards.

 

Friederike Arndt

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