Glühbier, die bierige Alternative zum Glühwein

Immer beliebter: Glühbier
(c) Feiner Hopfen

Schnee, Eis und kalte Temperaturen: Da brauchen Bierfans nicht nur Kekse, Kuscheldecke und einen flammenden Kamin, sondern auch ein leckeres Getränk, das von Innen wärmt. Wie wäre es mit warmen Glühbier, das international immer beliebter wird?

Wenn draußen die Schneeflocken vom Himmel segeln und es eisig kalt ist, muss es nicht immer Glühwein zum Aufwärmen sein. Als Alternative gibt es sogenanntes Glühbier, das Brauer meist mit Honig, braunem Zucker und mit winterlichen Gewürzen wie Sternanis, Zimt oder Kardamom aromatisieren. Immer mehr Brauereien setzen auf diesen winterlichen Biertrend.

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Ursprünglich stammt die Idee zum Glühbier angeblich aus Belgien. Dort werden auf Wintermärkten oder auch zuhause gern sogenannte Kriek-Biere erwärmt. Das sind Fruchtlambics, die mit Sauerkirschen gebraut werden. Dann ergänzen die Belgier den Geschmack häufig noch mit speziellen Gewürzmischungen. Auch in Polen ist Glühbier sehr beliebt und heißt dort „Grzane piwo“. Und selbst wenn einige Bierfans beim Gedanken an heiße Sude vielleicht die Nase rümpfen – es schmeckt und bei der Erwärmung von Hopfen- und Malz helfen die ätherischen Öle und Bitterstoffe sogar bei Erkältungskrankheiten. Hier ein paar Beispiele für bierige Wärmflaschen:

Liefmans „Glühkriek“, Belgien

Bei diesem Bier handelt es sich um ein „Cuvée Brut Kriek“, also ein Verschnitt der besten Jahrgangsbiere der Brauerei Liefmanns. Gebraut wurde es mit Sauerkirschen, und muss dann ganze 18 Monate reifen. Erst gegen Ende der Lagerung geben die Brauer eine Gewürzmischung aus Nelke, Zimt und Anis hinzu. Das Glühkriek überzeugt am Gaumen durch eine feine Perlage und ein fruchtig-würziges Aromaspiel mit einem Touch von Holz- und Mandelnoten.

Störtebeker Brauspezialitäten „Glüh-Bier“, Deutschland

Das Glühbier aus Stralsund brauen die Macher von Störtebeker saisonal zur kalten Jahreszeit ein. Dafür aromatisieren sie ein untergäriges Lagerbier mit Holundersaft und winterlichen Gewürzen wie Zimt und Nelke. Vor dem Genuss wird die Flasche auf 40 Grad im Wasserbad erhitzt. Im Glas duftet es dann nach Gewürzen und erinnert tatsächlich an Glühwein. Auf der Zunge zeigt sich eine liebliche Holundernote.

Brasserie des Franches-Montagnes „La Dragonne“, Schweiz

Dieses Bier kommt wegen des hohen Alkoholgehalts von 9,3 Prozent schon fast an einen besseren Glühwein ran. Das Besondere an diesem Trunk: Hier steckt ein Mix aus Gewürzen wie Koriander, Zimt, Sternanis, Kardamom und Wachholderbeeren im Sud. Das schmeckt man auch. Das dunkle Gewürzbier duftet nach Honig, Zimt, Orangenschale und Nelke. Im Geschmack zeigt es sich sehr würzig-süßlich mit dominierenden Noten von Zimt und Koriander.

Glühbier geht auch Selbstgemacht

Glühbier ist auch ganz schnell selbstgemacht: Einfach ein malziges Dunkles oder ein Bockbier erwärmen und je nach Belieben mit Gewürzen, Honig und Zucker vermischen. Schmeckt wirklich prima.

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Mareike Hasenbeck

Mareike Hasenbeck

Mareike Hasenbeck is a freelance journalist with her own craft beer blog (Feiner Hopfen), she is also a beer sommelier and an international expert for beer sensory certified by the DLG (German Agricultural Society).

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