Clean Label – Trend weltweit auf dem Vormarsch

Clean Label: Ob „ohne Konservierungsstoffe“ oder „zuckerfrei“ – auch geschicktes Marketing setzt gekonnt auf die vom Verbraucher so geschätzten Hinweise.
© Krones AG

Verbraucher handeln zunehmend bewusster. Das gilt auch für den eigenen Nahrungsmittel- und Getränkekonsum. Getränke mit natürlichen Inhaltsstoffen erfreuen sich deshalb weltweit einer starken Nachfrage – Tendenz steigend. Immer häufiger schätzen Verbraucher bestimmte Zusatzstoffe als ungesund ein oder lehnen sie aus ethischen Gründen ab. Produkte mit sogenanntem Clean Label verzichten auf genau diese oder schränken ihren Gebrauch in der Rezeptur ein. Ob „ohne Konservierungsstoffe“, „ohne künstliche Aromen“ oder „zuckerfrei“ – auch geschicktes Marketing setzt gekonnt auf die vom Verbraucher so geschätzten Hinweise.

Klare Verhältnisse liegen im Trend. Auch auf Verpackungen. Laut dem Marktforschungsinstitut Innova Market Insights sind „bewusste Entscheidungen“ 2018 der wichtigste Treiber bei Nahrungsmitteln. So sagen sieben von zehn Kunden in den USA und Großbritannien, dass sie die Zutatenliste auf Lebensmitteln kennen und verstehen möchten. Inzwischen sind Konsumenten bei der Wahl ihrer Lebensmittel vorsichtiger geworden. Unverständliche Bezeichnungen finden sie verwirrend und halten sie vom Kauf ab. Gut für den Begriff Clean Label, der in der Getränkeindustrie und damit auch im Marketing zu einem immer bedeutenderen Wirkungsfeld wird. Diese Entwicklung wird durch den anhaltenden Trend „Natürlichkeit“ und damit einhergehend mit dem Wunsch nach einer gesunden Ernährung – Stichwort Bio- und Regionalboom – nochmals verstärkt.

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Clean Label erfüllt Verbraucherwünsche

In puncto verantwortungsvolle Lebensmittelauswahl sind Verbraucher bewusster denn je. Sie wollen genau wissen, was sie zu sich nehmen. Ein Clean Label lässt sie auf den ersten Blick erkennen, ob sie das passende Produkt in der Hand halten. Den Forschungsdaten von Innova Market Insights zufolge liest jeder zweite Amerikaner, Deutsche und Brite regelmäßig die Zutatenliste. Klare Herstellerhinweise am Regal können sich also bezahlt machen.

Zauberwort Transparenz

Im Bericht von Mintel haben sich „radikale Offenheit“ und „Selbstfürsorge“ als zwei von fünf Toptrends herauskristallisiert, die den globalen Markt für Getränke und Lebensmittel 2018 beeinflussen werden. Faktor Selbstfürsorge: Hier sucht der Verbraucher gezielt Getränke, die seinen Erwartungen bezüglich Nährstoffen und Wohlbefinden entsprechen und voll befriedigen. Bestimmte Inhaltsstoffe, die nicht zur eigenen Definition von Wohlergehen beitragen, fallen bei ihm durchs Raster. Die Erwartungen der Verbraucher an die Nahrungsmittelindustrie steigen auch bezüglich vollständiger Transparenz. Ein inzwischen weit verbreitetes Misstrauen in der Bevölkerung, so Mintel, sorge dafür, dass Hersteller ihre Produktionsprozesse, Zutaten und auch Lieferketten komplett offenlegen (müssen). So werde die nächste Welle von „Clean Label“ von der Industrie einfordern, Transparenz und Rückverfolgbarkeit zum Standard zu machen. Zentrale Punkte, die bei Transparenz im Vordergrund stehen werden: Natürlichkeit und Herkunft der Produkte.

Der kritische Blick des Verbrauchers verändert die Getränke-Zutatenliste

Konsumenten wenden sich in „Clean Label“-Zeiten auch vermehrt von Etiketten ab, die lange, unverständliche Begriffe beinhalten. Das hat wiederum zur Folge, dass die Getränkeindustrie nach natürlicheren, Label konformeren Alternativen Ausschau hält. So verzichten Hersteller zunehmend auf chemisch klingende künstliche Farb- und Konservierungsstoffe, Aromen oder Geschmacksverstärker auf dem Etikett. Auch der Verzicht auf Zutaten wie Zucker oder Fett dienen diesem Zweck. Eine andere Variante ist, den Fokus auf die wenigen Zutaten zu beschränken, die tatsächlich im Getränk enthalten sind. Verbraucher lassen sich gerne von positiven Kennzeichnungen wie „Hergestellt mit nur drei Zutaten“ begeistern. Weniger kann eben auch manchmal mehr sein.

 

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Andra Gerhards

Andra Gerhards

Andra Gerhards is a freelance journalist and copywriter. She focuses on topics such as marketing for town councils and local companies, (sustainable) consumption and retail.

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