Themenwoche Produktsicherheit: Aseptische Kaltabfüllung deckt sich mit Verbraucherwünschen

Keine Konservierungsstoffe, dafür reichlich Vitamine und gesunde Inhaltsstoffe: Verbraucherwünsche, die sich durch aseptische Kaltabfüllung erfüllen lassen.
© Krones AG

Der Konsum von sensiblen Getränken wie Fruchtsäften, isotonischen Drinks und Milchmischprodukten steigt. Immer häufiger werden die Sensiblen in PET-Flaschen gefüllt, die im Vergleich zu Glasflaschen mit geringem Gewicht punkten. Dabei hat Produktsicherheit stets allerhöchste Priorität.

Keine Konservierungsstoffe, dafür reichlich Vitamine und weitere gesunde Inhaltsstoffe – das mag der gesundheitsbewusste Konsument. Alles soll selbstverständlich ohne jegliche Kompromisse in Hinblick auf Geschmack, Optik und Frische stattfinden.

Trockene Sterilisation vs. Nassverfahren

Solche Verbraucherwünsche lassen sich in ihrer Gesamtheit erfüllen – und zwar durch aseptische Kaltabfüllung in PET-Einwegflaschen. Hier gibt es zwei Herangehensweisen: die trockene Sterilisation bei Einsatz von Wasserstoffperoxid und die Nass-Sterilisation bei Verwendung von Peressigsäure.

Bei der sogenannten Nass-Sterilisation folgt auf die Sterilisationsphase der traditionelle Flaschen-Rinsprozess bevor es zum Füller geht. Bei der trockenen Sterilisation entfällt hingegen ein Nachspülen mit Sterilwasser komplett. Das bringt zahlreiche Vorteile mit sich. So wird weniger an Wasser, Luft, Sterilisationsmittel und Strom verbraucht. Zudem ergibt sich ein geringerer Platzbedarf für die Anlagentechnik und die Umstellzeiten reduzieren sich beim Produktwechsel.

Die Verfahren der Anlagenhersteller variieren im Detail. Beispielsweise setzt der eine bereits auf die Entkeimung von Preforms, während bei dem anderen die Sterilisation erst dann stattfindet, wenn die Kunststoff-Flaschen schon geblasen sind. Generell werden entkeimte Preforms bzw. Flaschen innerhalb einer Sterilzone geführt, die keine Rekontamination zulässt und befüllte Kunststoff-Flaschen unmittelbar im Anschluss an den Abfüllprozess mit sterilisierten Verschlüssen versehen.

Getränkeunternehmen präferieren alles aus einer Hand

Hersteller von kaltaseptischer Abfülltechnik bieten häufig hierzu auch gleich die passende Prozesstechnik an. Viele Getränkeunternehmen haben den Vorteil darin erkannt, alles aus einer Hand zu ordern: Für die ohnehin komplexen aseptischen Systeme steht ihnen nur ein Ansprechpartner für den kompletten aseptischen Prozess zur Verfügung.

Ebenfalls wird oft die Entwicklung einer für das jeweilige Produkt bzw. die jeweilige Marke passenden Kunststoff-Flasche angeboten. Spezielle Anforderungen an die Flaschenoptik gehen bei Getränkeunternehmen meist mit dem Wunsch nach einem aus Kosten- und Nachhaltigkeitsgründen möglichst geringem Flaschengewicht einher. Es werden Flaschenkonzepte erstellt, die nicht nur dem Produkt und der vorgegebenen Haltbarkeit entsprechen, sondern auch die zu erwartenden Produktionsbedingungen und Belastungen während des Flaschentransports im Handel und am Point of Sales im Detail berücksichtigen.

Alternative Heißabfüllung?

Eine weitere Möglichkeit, sensible alkoholfreie Getränke sicher abzufüllen, bietet die Heißfülltechnik. Der große Pluspunkt dieses Abfüllverfahrens: Die Investitionskosten sind im Vergleich zu aseptischer Anlagentechnik geringer. Im Bereich Energie und bei den PET-Flaschen ist im laufenden Betrieb aber mit Mehrausgaben zu rechnen. Und – der für den Konsumenten sicherlich entscheidendere Punkt – eine Heißabfüllung kann Qualität, Geschmack und Vitamingehalt von Getränken nicht in dem Umfang erhalten wie die aseptische Kaltabfüllung. Was den Aspekt der vergleichsweise teureren Kunststoff-Flaschen anbetrifft, wurde er in letzter Zeit etwas entschärft. Und zwar durch die Methode, Stickstoff in den Kopfraum von heiß befüllten PET-Flaschen zu geben, um damit die Schrumpfung der Flaschen nach einer Heißabfüllung zu kompensieren und so genannte Vakuum-Einzugsflächen überflüssig zu machen, was zur deutlichen Gewichtsreduzierung der Flaschen beiträgt.

Aseptische Kaltabfüllung: Weiterentwicklung gewünscht

Die Zukunft heißt aseptische Kaltabfüllung: Mit dem Wunsch nach gesunden, naturbelassenen Lebensmitteln auf Verbraucherseite ist davon auszugehen, dass Getränkeproduzenten zukünftig mehr und mehr auf aseptische Kaltabfüllung setzen. Weil Konsumenten ein immer umfangreicheres Getränkeprogramm fordern, sollten Zulieferer in diesem Bereich innovative Lösungen in Richtung noch zügigerer Umstellzeiten entwickeln. Auch das Stichwort Kostenreduzierung – im Prozess und bei der Flasche – steht hier im Fokus.

Die diesjährige drinktec bietet genug Anknüpfungspunkte für den Austausch zu innovativen alkoholfreien Getränke-Konzepten, individuellen, leichtgewichtigen PET-Flaschen und aseptischer Kaltabfüllung. Zum Beispiel im Bereich PETpoint in der Halle A4, wo Aussteller Maschinen und Rohstoffe zur Herstellung von Kunststoffbehältnissen und Verschlüssen, aber auch Lösungen zum Recycling zeigen. Auch innerhalb der Innovation Flow Lounge oder der 5 O’Clock Theme finden Besucher Informationen zur aseptischen Kaltabfüllung. Im Zusammenhang mit den Themenbereichen Prozesstechnik für sichere Getränke, neue Rohstoffe und Losgröße 1 bietet das drinktec Forum weitere Impulse rund um das Thema aseptische Kaltabfüllung.

Die Innovation Flow Lounge wird unterstützt von:

  • Döhler
  • FoodBev Media
  • KHS
  • Sahm GmbH

5 O‘Clock Theme wird unterstützt von:

  • KHS
  • SIDEL
Friederike Arndt

Friederike Arndt

As a freelance trade journalist, Friederike Arndt is regarded as an expert in the area of beverage marketing. She spent a long time writing for the trade magazines Getränkeindustrie (beverage industry) and Getränkefachgroßhandel (beverage wholesale trade). On the blog, she reports on the latest trends and innovations in the field of beverage marketing.

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